Sie sind hier:

Das Quartierbildungzentrum Blockdiek

Der Weser-Kurier berichtete in seiner Ausgabe vom 18.04.2011:

Blockdiek. Jetzt ist es offiziell: Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD) und Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD) eröffneten am Donnerstagnachmittag das zweite Quartiersbildungszentrum (QBZ) der Hansestadt an der Grundschule Düsseldorfer Straße. Die verschiedenen Einrichtungen, die nun unter einem Dach Beratungen und Kurse für Kinder und Eltern anbieten, haben sich einem klaren Ziel verschrieben: Sie wollen sich für die Bildung in Blockdiek stark machen.

Die verschiedenen Einrichtungen, die nun unter einem Dach Beratungen und Kurse für Kinder und Eltern anbieten, haben sich einem klaren Ziel verschrieben: Sie wollen sich für die Bildung in Blockdiek stark machen.

Dass dies nötig ist, haben die Akteure vor Ort bei einem gemeinsamen Workshop im vergangenen Jahr festgestellt. Insgesamt 15 Ziele haben sie für das neue Zentrum formuliert. Die wichtigsten: Deutsch, Mathe und Lesekenntnisse der Kinder verbessern, die Lebenserwartung der Blockdieker erhöhen und die Mitarbeiter öffentlicher Einrichtungen interkulturell weiterbilden, damit sie besser auf die Bedürfnisse und Probleme der internationalen Bewohner eingehen können.

Konkret will das Bildungszentrum dem Blockdieker Nachwuchs, seinen Eltern und Angehörigen in den ersten Lebensjahren mit einer Fülle an Angeboten weiterhelfen. Hebammenberatung für werdende Mütter, Geburtsvorbereitungs- und Rückbildungskurse nach der Schwangerschaft, Elterntraining, Eltern-Kind-Gruppe und Kurse nach dem Prager Eltern-Kind-Programm, Beratungen durch das Amt für Soziale Dienste und den Täter-Opfer-Ausgleich und vieles mehr - sie alle sind ab sofort im Zentrum angesiedelt, das darüber hinaus auch mit anderen Einrichtungen im Quartier kooperiert.

"Und wenn Sie vor lauter Beratung nicht weiter wissen oder Ihnen nichts mehr einfällt, dann gehen Sie zum offenen Kaffeetreff bei Frau Meyer. Sie hat immer einen Rat", sagte Geschäftsführer Stefan Kunold mit einem Augenzwinkern, als er beim feierlichen Festakt den gut 100 Gästen die Akteure vor Ort vorstellte.

Ganz neu ist ein Teil dieser Idee im Ortsteil allerdings nicht: Das Zentrum baut auf den Familientreff auf, der vor einem Jahrzehnt im Erdgeschoss des heutigen Bildungszentrums entstand. Beratungen, kulturelle und pädagogische Angebote und Hilfe zur Selbsthilfe haben laut Kunold schon damals zum festen Programm gehört.

Als jedoch die Räume immer enger wurden und immer dringender eine hauptamtliche Kraft fehlte, die sich um de Organisation kümmert, hat sich die Familientreff vor zwei Jahren entschlossen, sich bei der Bildungsbehörde für das neue Konzept zu bewerben. "Es war ein Sprung ins kalte Wasser", erinnert sich der Familienhelfer der Hans-Wendt-Stiftung, der mit einer halben Stelle bereits den Aufbau der Einrichtung übernommen hatte. "Keiner wusste, was ein Quartiersbildungszentrum sein soll. Aber wir wollten es werden."

Mit auf die abenteuerliche und im Quartier auch mit Kritik begleitete Reise machte sich auch die Grundschule Düsseldorfer Straße. Deren Schulleiterin Dorothea Ilsen war jedoch mit der ursprüngliche Erweiterung um zwei Räume nicht zufrieden - auch weil die Aula um einen Teil verkleinert worden wäre. Daher schlug sie dem Bildungsressort vor, die Lehrerarbeitsplätze im ersten Stock des Traktes in die benachbarte Sammlung zu verlegen. Diese sei von den "Lehrern und Sammlern" bis unter die Decke mit altem Material gefüllt worden.

Ein Vorschlag, der das Quartierszentrum nicht nur von 34 auf knapp mehr als 100 Quadratmeter vergrößert hat. Auch die Baukosten trieb er erheblich in die Höhe: Insgesamt 219000 Euro haben die Sanierung der Räume, die Verbindungstreppe zum Familientreff und die neuen Lehrerarbeitsplätze gekostet. Mehr als die Hälfte des Geldes stammt aus dem Konjunkturpaket II der Bundesregierung. "Ich denke, dass die 219000 Euro gut angelegtes Geld für die Bildung im Stadtteil sind", sagte Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper bei der Eröffnung des Gemeinschaftsprojektes, an dem sich auch die Ressorts Bau und Soziales beteiligen. Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter gratulierte den Blockdiekern ebenfalls zur neuen Einrichtung im Quartier. "Um soziale, berufliche und gesundheitliche Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern zu fördern, brauchen wir die enge Kooperation im Stadtteil", sagte die Sozialdemokratin. "Genau das passiert in Blockdiek."

Das Quartiersbildungszentrum befindet sich auf dem Gelände der Grundschule Düsseldorfer Straße, Düsseldorfer Straße 2a. Geschäftsführer Stefan Kunold ist telefonisch unter 36189271 und per E-Mail an skunold@hwst.de zu erreichen.