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Quartiersentwicklung in Lüssum-Bockhorn

Bereits 1990 wurde das Quartier Lüssumer Heide / Lüssumer Ring und Nebenstraßen als Sanierungsgebiet nach dem Bundesbaugesetz ausgewiesen. Organisiert vom – damals noch nicht so genannten - Quartiersmanagement sowie einem Sanierungsbeauftragten, und begleitet von einem intensiven Bewohnerbeteiligungsprozess wurde im Rahmen des Programms "Nachbesserung von Großsiedlungen" bis 1999 eine umfangreiche Sanierung der Wohnblöcke und Hochhäuser vorgenommen.

Platzeinweihung in der Lüssumer Heide
Platzeinweihung in der Lüssumer Heide

Hinzu kam die Neugestaltung aller im Gebiet vorhandenen Spielplätze, Spielflächen, und hausnahen Spielbereiche, sowie der Außengelände der Kindertageseinrichtungen und des Schulhofs der Grundschule. Leuchtturm für die Verbesserung der Infrastruktur war im Juli 1997 die Eröffnung des Haus der Zukunft, das gemeinsam von einem Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt mit Profifirmen errichtet wurde. Bauträger war ein eigens im Quartier gegründeter Verein, der seither auch den Betrieb sichert.

Platzeinweihung: Der
Platzeinweihung: Der "Zauber der Begegnung"

Seit 1999 profitiert Lüssum von den Programmen "Wohnen in Nachbarschaften – WiN" und "Soziale Stadt". 2005 wurde das Fördergebiet auf den gesamten Ortsteil Lüssum-Bockhorn ausgeweitet und noch um die Bürgermeister-Kürten-Straße ergänzt. So können seit dem auch Projekte im Gebiet Hegeweg / Pürschweg und Bürgermeister-Kürten-Straße gefördert werden. Seit 2004 werden außerdem die mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfond finanzierten Programme Lokales Kapital für Soziale Zwecke (LOS) und STÄRKEN vor Ort genutzt.
Im Jahr 2006 wurde Lüssum-Bockhorn in das Bundesprogramm Stadtumbau-West aufgenommen. Vorangegangen war die Beauftragung des GEWOS-Instituts (Institut für Stadt-, Regional- und Wohnforschung GmbH) durch die Stadtgemeinde und die Wohnungswirtschaft. GEWOS moderierte den Prozess zur Entwicklung eines Quartierentwicklungskonzeptes, das im Jahr 2004 vorgelegt wurde.

Dem folgten zwei Jahre später das Handlungskonzept und Ende 2006 ein zwischen der Stadtgemeinde Bremen, vertreten durch das Bauressort und den fünf Wohnungsunternehmen geschlossener Vertrag über eine Public-Private-Partnership für den Stadtumbau in Lüssum.

Das neue Backhaus
Das neue Backhaus

Die festgestellten städtebaulichen Missstände, die sozialen Konflikte und ein für den Wohnungsmarkt kritischer Leerstand erforderten eine koordinierte Bündelung der lokalen Akteure. Die enge fachliche Zusammenarbeit erfolgte bereits in der Phase der Zielformulierung und der Festlegung jener Maßnahmen, die das Gebiet städtebaulich aufwerten, wohnungswirtschaftlich marktfähig und sozial stabilisieren sollten.
Für die Umsetzung des Stadtumbaus wurde vom Bauressort eine Steuerungsrunde eingerichtet, in der neben den Vertretern der Wohnungsunternehmen auch das Quartiermanagement ebenso beteiligt war, wie bei der Entwicklung des Quartierentwicklungskonzeptes.

"Lüssum zeigt sein Gesicht" - Ausstellung am Haus der Zukunft

Trotz aller bisherigen Bemühungen und vieler positiver Entwicklungen in Lüssum-Bockhorn wird das Quartier auch zukünftig auf Unterstützung angewiesen sein. Aufgrund der hohen Fluktuation der Bewohnerschaft ist es immer wieder aufs Neue erforderlich, die Erstintegration zu unterstützen und Hilfen beim Zusammenleben der unterschiedlichen Kulturen zu organisieren. Dabei leisten die zur Verfügung stehenden Förderprogramme große Dienste. Der Bedarf an Unterstützungsleistungen geht aber oft darüber hinaus, so dass alle Projektträger auch Mittel bei anderen Stellen, wie Soziallotterien, Stiftungen und Sponsoren einwerben.

Der Rahmen für die Bezuschussung von Vorhaben und Projekten und für die Förderung neuer Ideen ist das von der Stadtteilgruppe erstellte und kontinuierlich fortgeschriebene Integrierte Handlungskonzept (IHK). Darin sind die wesentlichen Problemlagen und Bedarfe des Quartiers beschrieben und die vorrangigen Handlungsfelder der Quartiersentwicklung abgeleitet. Dies sind zur Zeit

  • Stadtteilkultur, Sport, Freizeit
  • Soziale Infrastruktur
  • Bildung
Stadtteilgruppensitzung des Quartiersmanagements Lüssum-Bockhorn

Zentrales Beratungs- und Beschlussgremium ist auch in Lüssum-Bockhorn die achtmal im Jahr öffentlich tagende Stadtteilgruppe. Deren Sitzungen finden im Café des Haus der Zukunft – Mehrgenerationenhaus statt. Sie werden regelmäßig von 40 – 50 Teilnehmer/innen besucht. Neben Vertreter/innen der vor Ort tätigen Einrichtungen, Initiativen, Vereine, der Polizei und der Wohnungsgesellschaften beteiligen sich auch Bewohner/innen. Die Sitzungstermine werden im Winter des Vorjahres festgelegt und stehen in den Halbjahresprogrammen des Haus der Zukunft – Mehrgenerationenhaus und werden auch über die örtliche Presse bekannt gegeben.