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Integrations- und Präventionsprojekt mit jugendlichen Migrant/innen

Der Jugendclub Lüssum, An der Lehmkuhle 1 im WiN-Gebiet Lüssum-Bockhorn sowie der "Jugendtreff Bürgermeister-Kürten-Straße", ein offenes Jugendangebot für Jugendliche aus dem "WiN-Gebiet-Satelliten" Bürgermeister-Kürten-Straße, das in unmittelbarer Nähe in eigens dafür hergerichteten Räumlichkeiten im Bockhorner Weg 10 stattfindet, dienen als Ausgangspunkte für das o.g. Projekt, das in Form von aufsuchender Arbeit (Streetwork) und fest verorteten Angeboten im Jugendtreff Bürgermeister-Kürten-Straße durchgeführt wird; wobei zu beachten ist, dass man stets flexibel auf die sich ständig verändernden Cliquen im WiN-Gebiet eingehen muss und dass durch das "Heranwachsen" neuer Cliquen mit bekannten Problemlagen die Arbeit des Streetworkers vielfach von Neuem beginnt.

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Jugendtreff Bürgermeister-Kürten-Straße
Jugendtreff Bürgermeister-Kürten-Str., JPG, 40.9 KB

Der fest verortete Angebotsteil im Jugendtreff für Jugendliche aus der Bürgermeister-Kürten-Straße im Bockhorner Weg 10 findet an drei Tagen in der Woche von 15.00 bis 20.00 bzw. 21.00 Uhr statt und wird von ca. 25 bis 30 überwiegend männlichen Jugendlichen im Alter von 12 bis 19 Jahren mit Migrationshintergrund besucht. Neben der Betreuung des Treffs sucht Sozialarbeiter Evren Boga immer wieder die entsprechenden Jugendlichen in der Bürgermeister-Kürten-Straße auf und hat auch Kontakt zu deren Eltern. Außerdem stehen immer wieder Ausflüge wie Kinobesuche, Soccerworld, Schlittschuhfahren im Paradice, Serengeti-Park etc. auf dem Programm. Programmgestalter sind die Jugendlichen.

Der Bereich der aufsuchenden Jugendarbeit (Streetwork) ist aus dem Bedarf nach Mobilität in Zusammenhang mit einer starren Einrichtung entstanden, mit dem Ziel, junge Menschen dort abzuholen, wo sie sich aufhalten, jedoch das Gemeinwesen sich leider allzu häufig durch sie gestört fühlt, und an feste Angebote einer Jugendeinrichtung heran zu führen.

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Evren Boga

Mit der Durchführung des o.g. WiN-Projekts ist seit dem 1. März 2009 der Sozialarbeiter Evren Boga, der selbst einen so genannten Migrationshintergrund hat, mit insgesamt 39,2 Wochenstunden beschäftigt und an das Team des Jugendclubs Lüssum angebunden. Da es sich in den meisten Fällen um Cliquen Jugendlicher mit Migrationshintergrund handelt, mit denen der Streetworker zu tun hat, ist es unerlässlich, mit dieser Aufgabe einen Menschen zu betrauen, der über den nötigen kulturellen Background und die Sprache verfügt.

Zu den Aufgaben des Streetworkers gehört es, Jugendliche an ihren informellen Treffpunkten aufzusuchen, Kontakt herzustellen, Bedarfe zu ermitteln, speziell auf sie ausgerichtete Angebote im Jugendclub Lüssum, Jugendtreff Bürgermeister-Kürten-Straße, in der Mehrzweckhalle des Spielhauses Lüssumer Heide und anderen geeigneten Räumlichkeiten zu entwickeln bzw. für die Entwicklung zu sorgen und sie an diese Angebote heran zu führen. Auch Aufbau und Pflege von Kontakten zu den Eltern der Jugendlichen ist ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit. Er wirkt zunehmender Kriminalität, Gewalt und Vandalismus entgegen, entwickelt mit den jungen Menschen Lebensperspektiven und fördert gesellschaftliche Partizipation sowie berufliche Integration.

Teilnahme

Hierbei ist die Akzeptanz von ethnischen Charakteristika von Bedeutung. Das Vermitteln von friedlichen Konfliktlösungsstrategien unter Beachtung jugendtypischer Problem- bzw. Lebenslagen mit Migrationshintergrund ist ein zentraler Punkt in der Arbeit auf der Straße. Den jungen Menschen Gehör verschaffen und ihr Sprachrohr sein, ist eine wichtige Rolle des Streetworkers, damit Wünsche, Bedürfnisse, Probleme u.v.m. in der (Erwachsenen-) Welt wahr und ernst genommen werden. Somit wird sich nicht allein auf die unmittelbare Arbeit mit Jugendlichen beschränkt, sondern der Streetworker hat sich ebenso intensiv auch in die konkreten Bedingungen und Zusammenhänge des Aufwachsens einzumischen.

Ausflug mit Jugendlichen in den Serengeti-Park, JPG, 209.8 KB
Ausflug mit Jugendlichen in den Serengeti-Park

Der Sozialarbeiter Evren Boga arbeitet im Ortsteil eng mit dem Streetworker des so genannten Team-Nord des Caritasverbandes für das Dekanat Bremen-Nord zusammen, um eine lang erwünschte Annäherung der verschiedenen Kulturen (Ausländer und Aussiedler) zu fördern und um im Team unterwegs sein zu können. Zudem ergänzen sich beide Streetworker in ihrer Arbeit, was sie wesentlich effektiver macht. In Kooperation mit den beiden großen Schulzentren im Ortsteil Lüssum-Bockhorn suchen beide Streetworker zusammen an drei Vormittagen in der Woche die entsprechenden Schulhöfe und Sozialräume dieser Schulen auf. Erfahrungsgemäß entstehen genau dort viele Probleme und Streitereien unter Jugendlichen, die somit sofort und vor Ort geschlichtet und bearbeitet werden können, um weitere Eskalationen zu vermeiden, da vielfach Freunde und Verwandte in die Konflikte im Anschluss auf der Straße oder auch im Jugendzentrum mit hinein gezogen werden.
Des Weiteren kooperiert Evren Boga u.a. mit dem Sozialdienst Junge Menschen sowie der Jugendgerichtshilfe, der Kompetenzagentur und vielen wichtigen Institutionen im Win-Gebiet Lüssum-Bockhorn. Er ist in zahlreichen Gremien u.a. im AK-Jugend Blumenthal, Intergruppe, Stadtteilgruppe und in der Fachgruppe zum Team-Nord tätig und besucht für seine Arbeit wichtige Fachtagungen und Workshops.

Besuch der Soccer World, JPG, 219.1 KB

Durch das Projekt "Integrations- und Präventionsprojekt mit jugendlichen Migranten/Migrantinnen" werden mehr als 200 Jugendliche im WiN-Gebiet erreicht.

[LINK4430;Zahlen und Fakten zum Integrations- und Präventionsprojekt mit jugendlichen Migrant/innen]